Deutsche Reiterliche Vereinigung

Kaltblüter

Sie werden liebevoll die "Dicken" genannt - die Kaltblüter. Sie zeichnen sich durch ein hohes Körpergewicht und ein ruhiges Temperament aus. Daher stammt auch die Bezeichnung Kaltblut, die sich also nicht auf die Körpertemperatur, sondern auf den Gemütszustand der Pferde bezieht. 

Bevor die Kaltblüter durch die Motorisierung verdrängt wurden, waren sie unersetzlich für den Menschen. Speziell auf Masse und Kraft gezüchtet wurden sie überall dort eingesetzt, wo es galt, Lasten zu befördern. Ihre Vielseitigkeit bewiesen sie in der Land- und Forstwirtschaft, im Bergbau, in der Industrie, in der Personenbeförderung sowie als Fleischlieferanten. Sie waren Bestandteil des Alltags - ohne sie wäre die Industrialisierung kaum möglich gewesen.

Kaltblüter als Fahrpferd oder in der Forstwirtschaft

Heute werden nur noch wenige Tiere in der täglichen Arbeit eingesetzt - zum Beispeil als Rückepferde in der Forstwirtschaft. Ansonsten werden sie häufig als Fahrpferde genutzt. Sie ziehen Planwagen oder die Prunkwagen der Brauereien. Und dürfen auch bei Schauprogrammen und Hengstparaden nicht fehlen. Pferde einiger Kaltblutrassen kann man in leichten Dressurlektionen, Freiheitsdressuren, Ausschnitten der hohen Schule und circensischen Darbietungen bewundern. Aufgrund ihres liebenswerten Charakters sind die Kaltblüter gut geeignet als Therapiepferde und zum Voltigieren.

Im Vergleich zu Warm- und Vollblütern haben Kaltblüter massigere, muskelbepacktere Körperformen, größeres Gewicht, stärkeren Knochenbau, schwerere Köpfe, etwas kürzere und dickere Hälse und eine tiefe, breite Brust. Kaltblüter haben stämmige Gliedmaßen mit rasseabhängig starkem Behang sowie große, teilweise etwas abgeflachte Hufe. Bei einer durchschnittlichen Widerristhöhe von 150 bis 170 Zentimeter und einem Gewicht von 600 bis 1200 Kilo ist ihr Grundbedarf an Futter bei hoher Beanspruchung höher als bei anderen Rassen. Trotzdem gelten sie als sehr genügsam. 

Die Kaltblut-Rassen

Auch das Kaltblut wird in verschiedene Rassen eingeteilt: Das Süddeutche Kaltblut, das mit mehr als 1800 eingetragenen Stuten die größte Kaltblutpopulation in Deutschland vorweisen kann, gefolgt vom Rheinisch-Deutschen Kaltblut und dem Schwarzwälder Kaltblut - beide Rasen haben knapp mehr als 1000 eingetragene Stuten zu verzeichnen. Das Schwarzwälder Kaltblutpferd stammt – wie der Name schon sagt – aus dem Schwarzwald und wird wegen seiner Dunkelfuchsfarbe auch als Schwarzwälder Fuchs bezeichnet. Sein besonderes Kennzeichen ist die blonde Mähne und der blonde Schweif. Deutlich weniger Vertreter gibt es vom aus dem hohen Norden stammenden Schleswiger Kaltblut, das auf den dänischen Jütländer zurück geht und das auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Rassen steht. Weitere Kaltblutrassen sind auch die Freiberger, Noriker, Pfalz-Ardenner Kaltblut, Percheron, Breton, Hannoversches Kaltblut, Ardenner, Finnpferd, Shire Horse, Belgian Draft Horse und Boulonnais.  

FN-Bundesschau Kaltblut

Bei der FN-Bundesschau Kaltblut wird alle vier Jahre ein Bundessieger gekürt. Mehr über die FN-Bundesschauen erfahren.

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Stand: 19.11.2019